Es war einmal ...
Die Impressionisten (spätes 19. bis anfangs 20. Jahrhundert) malten oft pleinair und sur-le-motif, d.h. unter freiem Himmel und vor dem Motiv.
So auch ein Maler, seines Zeichens dem Impressionismus leidenschaftlich verschrieben. An einem lauen Frühlingsnachmittag stand er an der Seine mit seiner Ausrüstung und Staffelei und arbeitete in der Aquarelltechnik an der Abbildung der Landschaft.
Ein Spaziergänger kam vorbei, schaute ihm diskret über die Schulter und fand die Szenerie auf dem Tableau sehr ansprechend. Nach einer Weile schlenderte der Mann weiter.
Gerade als das Bild fertig war, kam der Spaziergänger auf seinem Weg zurück. Er bewunderte das Werk offensichtlich, denn er fragte: «Was soll das Tableau denn kosten?»
«5000 Franc», antwortete der Maler.
«Ist das nicht ein bisschen übertrieben?» protestierte der Tourist.
«Ich habe doch genau gesehen, dass sie nicht länger als 20 Minuten für das Werk gebraucht haben.»
«Das stimmt, Monsieur. Doch es hat mich 20 Jahre Arbeit gekostet, um ein solches Sujet in 20 Minuten malen zu können.»